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Vignerons d’Europe
Slow Food bringt tausend europäische Winzer aus ganz Europa in Montpellier zusammen
Am 14. und 15. April findet im Kongresszentrum Montpellier Vignerons d’Europe statt. (Parallel zu der Messe Salon du Goût et des Saveurs d’Origine, 13.-16. April, Parc des Expositions de Montpellier, organisiert von Slow Food France) statt. Mit Vignerons d’Europe bringt Slow Food 1.000 Winzer aus ganz Europa zu einem Treffen zusammen, das aufgrund der dringenden Herausforderungen des globalisierten Marktes notwendig geworden ist. Diese Veranstaltung ist zentral für Slow Food und steht im Zusammenhang mit der Philosophie des Vereins, problematische Tendenzen im Bereich der Produktion von Essen und Wein aufzuzeigen und hat zum Ziel, konkrete Lösungen und Vorschläge zu suchen und Ideen zu katalysieren.
Im letzten Jahr hat Slow Food im Rahmen der 2. Edition von Terra Madre 5.000 Bauern aus 150 Ländern in Turin zusammengebracht.
Das Ziel von Terra Madre ist es, ein Informations-Netzwerk zwischen Produzentengemeinschaften zu bilden, um ihre Rechte zu schützen: eine biologisch ausgewogene Umwelt, Souveränität der Ernährung und würdige Lebensbedingungen.
Ausgehend von zwanzig Jahren Erfahrung mit Aktivitäten in der Welt des Essens und des Weins hat Slow Food nun entschieden, die Winzer Europas zusammenzubringen. Dies sind nicht die Großproduzenten, sondern die Winzer selber, die eine starke Beziehung zur Erde, zu ihrem Wein und zu ihrem Terroir haben. Sie haben eine gemeinsame Geschichte und verfolgen dasselbe Modell des handwerklichen Weinbaus.
Zum 100. Jahrestag der Ereignisse des Jahres 1907 im Languedoc, als aufgrund von Überproduktion und Preisverfall des Weins und der Armut der Landarbeiter hunderttausende Demonstranten auf die Straße gingen, 1.000 Winzer in Montpellier zusammenzubringen, bedeutet, eine Debatte über die aktuelle Krise des Weinbaus zu eröffnen, die nicht nur eine ökonomische Krise ist, sondern auch eine Identitätskrise.
Das Image des Weins pendelt zwischen den Legenden um einige große Marken, die von einer Önologen-Elite produziert werden, und seiner Reduktion auf ein alkoholisches Getränk und die Europäische Kommission scheint diese eingeschränkte Sichtweise zu unterstützen.
Wer werden die Winzer von morgen sein? Unternehmer, Industrielle, Amateure? Das Terroir wird heute oft zu einer leeren Marketing-Formel reduziert. Dies hat zu einer Schwäche der Terroir-Weine im Vergleich zu Rebsorten-Weinen geführt. Wir müssen zurückschauen ohne anachronistische Nostalgie und im Bewusstsein, dass wir nicht zurück können, aber dass die Anwendung agroindustrieller Techniken auf den Wein zur Minderung von Qualität und Wert führt.
Das Projekt der Neuordnung des Weinbaues durch die Brüsseler Kommission wird historische Auswirkungen auf den Sektor haben. Slow Food fordert eine Analyse des Dokuments, eine Änderung kritischer Aspekte (wie der Konzeption des Weins als commodity oder der Deterritorialisierung) und eine Suche nach Lösungen, welche die Vielfalt des europäischen Weins schützt. Diese Vielfalt ist ihr unnachahmbarer Reichtum. |
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