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Dokument von Vignerons d' Europe
Im Anschluss an den Kongress der Vignerons d’Europe (Montpellier 14.-15. April 2007), überbringen wir das Dokument “Die Zentralität des Terroir und des Winzers in der neuen GMO Reform“.
In dem der GMO gewidmeten Workshop entwickelte sich eine umfassende Diskussion, welche, dank der Arbeit einer Kommission französischer, italienischer, portugiesischer, spanischer und slowenischer Produzenten, in einem Dokument festgeschrieben werden konnte. Dieses wurde dann am Sonntag den 15. April in der abschließenden Plenarversammlung von Costantino Charrère vorgetragen.
Dieses Dokument soll nicht als abgeschlossen gelten und aus diesem Grund bitten wir eventuelle Kommentare und mögliche Änderungsvorschläge an folgende E-Mail zu senden: vigneron@slowfood.it. Ziel ist es, eine größtmögliche Anzahl europäischer Winzer mit einzubeziehen, um ein definitives, komplettes Dokument abzufassen, dessen Inhalte weitgehend geteilt werden. Dieses wird dann in einem Monat an die Europäische Kommission und an die Abgeordneten des Parlaments geschickt, damit die wichtigen Umstände der europäischen Winzer mit in Betracht gezogen werden.
DAS TERROIR UND DIE WINZER IM ZENTRUM DER NEUEN GMO WEIN
Vorschlag für eine europäische Strategie auf dem globalen Markt
Europa ist das Land der Unterschiede: Kultur, Sprachen, Kunst, Architektur, Küchen, Wein
• der Wein soll die Identität und die Charakteristika seiner Region ausdrücken
• in Anbetracht der Entwicklung der Europäischen Union muss es auch ein europäisches Winzer-Netzwerk geben
• die Verbindung zum Terroir muss gestärkt werden
• es ist diese Kraft der Verbindung mit dem Terroir, welche, in ihrer Vielfalt, die Identität der europäische Winzer ausmacht
Die Terroir-Weine
• sind das unterscheidende Element des europäischen Weinbaus
• sind daher zu erhalten, zu bewahren und zu entwickeln
• ihre Unterschiede sollen stärker erkennbar und verständlich gemacht werden
Die heutigen Konsumenten
• geben sich nicht mehr nur mit Massenprodukten zufrieden, sondern auch sie fordern Vielfalt
• verfeinern ihren Geschmack
• möchten in Transparenz wählen können
• wollen die Herkunft und Charakteristika der Produkte kennen
• sind mögliche “Verbündete” der Winzer und der Landwirte (Co-Produzenten)
Wir wollen nicht mehr die Fehler der Vergangenheit bezahlen
• 2005 wurden 1,3 Milliarden Euro ausgegeben
- 45 % für Destillation
- 37 % für Umstrukturierung der Weinberge
- 13 % für Mostbeihilfen
• man muss wissen wofür die Gelder ausgegeben wurden:
- wo wurden Fehler gemacht?
- welche Weinberge wurden nur gepflanzt um Destillations-Subventionen zu erhalten
- es muss aufgehört werden zu produzieren, um anschließend zu zerstören
• ein europäisches Observatorium ist nötig, das unsere Vergangenheit studiert und die Gegenwart analysiert
Daher sagen wir “Nein” zu den Vorschlägen, die zum Nachteil des europäischen Weinbaus sind
• Nein zur Auswanderung des Weinbaus: Nein zu Most-Importen aus Nachbarländern, auch innerhalb der Europäischen Union, wenn die Transparenz der Produkt-Herkunft nicht gewährleistet ist: "produziert in" muss bedeuten "von Weinbergen aus diesem Land"
• nein zu Subventionen für Produktion, die für die Destillation bestimmt ist
• nein zur kostengünstigen Steigerung des Alkoholgehaltes durch “Anreicherung” bei gängigen Weinen mit hohen Erträgen pro Hektar
• ja zur Rodung in für Weinbau ungeeigneten Gebieten und von Weinbergen, wo systematisch Subventionen für Destillation oder Anreicherung bezogen werden
• nein zu Rodungen in für den Weinbau geeigneten Gebieten, in Berg- und Hügelregionen und in Regionen mit großer Weinbautraditionen
• nein zu undurchschaubaren Etiketten, die nicht klar aussagen, was sich in der Flasche befindet
• ja zu Etiketten, die detaillierter auf Herkunft und Weinbereitungspraxis eingehen, der Konsument möchte wissen, was er isst und trinkt
Ja zu einer europäischen Gesetzgebung, die den Ausdruck des Terroir im Rahmen der geschützten Herkunftsbezeichnungen genehmigt und organisiert
• gemeinsame Leitung eines Allgemeingutes
- abgrenzung der verschiedenen Terroirs
- definition einer Ethik im Dienste der Terroirs
- genaue Bestimmung der Instrumente, die mit dieser Ethik konform sind
• aufrichtige und transparente Kommunikation gegenüber dem Konsumenten
Strategisches Ziel
• das Marktgleichgewicht ist ein Mittel
• ziel hingegen ist es, die Verbindung zwischen Winzer und Terroir zu stärken:
- um Wein zu produzieren
- um das Territorium zu erhalten
- um das Landschaftsbild zu pflegen und zu schützen
- zur Freude des Konsumenten |
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